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Nahaufnahme eines geschlossenen Auges

EMDR
Eye Movement Desensitization and Reprocessing
auf deutsch:
Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung

Um zu verstehen, wie EMDR funktioniert, müssen wir uns zunächst Teile unseres Gehirns kennenlernen.

Unser Gehirn

Unser Gehirn ist ein großes Informationsverarbeitungs- und speichermedium. 
Eine der Aufgaben ist, belastende Ereignisse so zu verarbeiten, so dass unsere geistige Gesundheit erhalten bleibt. Hier sind bestimmte Hirnregionen zuständig. 

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Unser Gehirn lernt aus der betreffenden Erfahrung, was uns in der Zukunft von Nutzen sein könnte (z.B. was für uns individuell gefährlich ist), und speichert es zusammen mit den adäquaten Emotionen. Später greift es dann auf diese Informationen zurück. 

 

Doch kann dieses angeborene Verarbeitungssystem in traumatischen Situationen seinen Dienst versagen.

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Bei traumatischen Erlebnissen wird unser Gehirn mit Stresshormonen überflutet. Dieses wirkt sich ungünstig auf die Nervenzellen im Gehirn aus, vor allem auf den Hippocampus (zuständig für Gedächtnisbildung).

 

Die Zusammenarbeit zwischen ihm und der Amygdala (zuständig für Verarbeitung von Emotionen - besonders von Angst und Wut)  ist gestört.

Das bedeutet:

Gefühlszustände, Bilder und körperliche Reaktionen werden somit in der Amygdala und nicht im Hippocampus gespeichert!

Das vollständige Zuordnen des Erlebten im Zusammenhang mit der äußeren Realität kann im Hippocampus  nicht wie sonst stattfinden.

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Ist die traumatische Situation also nicht verarbeitet, überwiegt das emotionale Gedächtnis der Amygdala!! 

Und obwohl Ihr Bewusstsein Ihnen sagt, dass "keine Gefahr" besteht, bestehen die Emotionen der Angst gepaart mit körperlichen Reaktionen. 

 

Es besteht ein Nebeneinander von intensiven Erinnerungen einerseits und oft Erinnerungslücken bzgl. der konkreten Geschehnisse andererseits.

Die unvollständigen, weil noch nicht zuordenbaren Erinnerungen, entwickeln ein Eigenleben, welches sich weitestgehend dem Bewusstsein entzieht.

 

Zahlreiche Reize können als Trigger fungieren und bei Betroffenen intensive emotionale Erinnerungen hervorrufen.

Die Wirkung von EMDR

Die REM-Phase (Rapid Eye Movement) ist die Traumschlafphase, in der das Gehirn sehr aktiv ist.
Die Augen bewegen sich sehr schnell nach links und rechts.

Der Körper ist entspannt, was zu lebhaften Träumen führt; 
Diese sogenannte REM-Phase ist wichtig für die emotionale Verarbeitung und das Lernen.

Bei EMDR der ausgebildete Therapeut mit Ihnen diese Phase "künstlich" nach. 


Wenn wir die Augen abwechselnd nach links und rechts bewegen und uns gleichzeitig an die traumatische Situation erinnern, werden abwechseln Impulse an die linke und rechte Gehirnhälfte gesandt, die dazu führen, dass fragmentierte Informationssplitter sich Stück für Stück zu einer ganzheitlichen Erinnerung formen, 

die vom kognitiven Gehirn (Kognition = geistige Prozesse des Erkennens, Wissens, Denkens und Verstehens) nun als “Vergangenheit” erkannt wird.

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Die EMDR-Therapie basiert einen bestimmten Ablauf. Ein EMDR-Therapeut hat in einer qualifizierten Ausbildung diese Technik erlernt. 

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Anwendungsgebiete

EMDR verwende ich in den meisten Fällen in Verbindung mit Hypnosetherapie an. â€‹

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Die Technik des EMDR findet Anwendung bei:

  • Ängste und Phobien

  • Depressionen

  • Verankerung von positiven Emotionen und Empfindungen

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Ich weise darauf hin, dass ich aktuell keine Klienten mit der  Diagnose PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) oder bei Verdacht darauf behandele. ​

KONTRAINDIKATIONEN

Wie auch bei der Hypnose gibt es Ausschlusskriterien, in denen die Anwendung von EMDR nicht sinnvoll oder sogar Symptome verschlechtern können. â€‹

Zu diesen gehören u. a.: 

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  • akute Psychosen

  • paranoide Schizophrenie

  • organisch bedingte Anfallsleiden (z. B. Krampfanfälle)

  • schwere dissoziative Störungen

  • aktive Abhängigkeitserkrankung(en)

  • schwere depressive Störungen 

  • schwere hirnorganische Störungen (z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma)

  • somatische Erkrankungen (z.B. schwere Herzrhythmusstörungen)

  • Persönlichkeitsstörungen

  • Demenz

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Im Zweifelsfall konsultieren Sie einen (Fach)Arzt. 

 

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Hinweis: 

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich eine Behandlung bei vorhandenen Erkrankungen ausschließen muss! 

Auch behandele ich keine schweren Traumata! 

EMDR nutze ich oft in Verbindung mit Hypnose und hauptsächlich bei Ängsten oder leichte bis mittelschwere Depressionen (ohne Suizidgefahr). 

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